Digitalisierung an Schulen: 8-Punkte-Plan für einen digitalen Unterricht

 

eMail von BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann:

 

Sehr geehrte Frau Direktorin! Sehr geehrter Herr Direktor!

 

Durch die COVID-19-Krise hat die Digitalisierung in der Bildung einen Schub erhalten. Der am 17.06.2020 vorgestellte 8-Punkte-Plan für den digitalen Unterricht stellt nun den nächsten Entwicklungsschritt für eine flächendeckende Umsetzung des digital unterstützten Lehrens und Lernens und für eine breitflächige Implementierung innovativer Lehr- und Lernformate dar.

 

Ausgehend von vorliegenden wissenschaftlichen Befunden, insbesondere zum Lernen in der COVID-19-Phase, und zahlreichen praktischen Erfahrungen wurden vorbereitend auf das neue Schuljahr 2020/21 acht prioritäre Handlungsfelder abgeleitet und ein umfassendes Digital-Paket für die Bildung geschnürt.

 

  1. Portal Digitale Schule

Die Vielzahl an Applikationen, Kommunikationswegen und Webpages ist oft verwirrend und wenig benutzerfreundlich. Das Portal Digitale Schule soll nun die Kommunikation zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern/Erziehungsberechtigten verbessern. Als Single Point of Entry stellt es die wichtigsten Verwaltungs- und pädagogischen Applikationen zur Verfügung. Der Zugriff auf die verschiedenen Systeme (wie etwa Sokrates, Eduthek, Moodle/eduvidual, LMS, MS Teams etc.) wird mit nur einem einzigen Account über Single Sign On möglich sein.

Bereits mit Beginn des nächsten Schuljahres wird das Portal Digitale Schule zur Verfügung stehen.

 

  1. Vereinheitlichung der Plattformen

Im Zuge wissenschaftlicher Untersuchungen und Erhebungen zum Lernen in der COVID-19-Phase äußerten viele Schülerinnen und Schüler aber auch Eltern den Wunsch nach einer Reduktion der Lernmanagementsysteme. Ziel ist, über den Sommer den Einsatz von Lernplattformen auf eine Anwendung nach Wahl pro Schulstandort zu reduzieren und Prozesse zu vereinheitlichen. Schulen werden bei diesem Umstellungsprozess durch begleitende Maßnahmen unterstützt.

 

  1. Lehrendenfortbildung

Damit sich alle Pädagoginnen und Pädagogen auf das Unterrichten mit Informations- und Kommunikationstechnologien in Blended und Distance Learning Settings gut vorbereiten können, wird im Sommer zusätzlich ein umfangreiches Angebot an Schulungen und Weiterbildungen zur Nutzung einer einheitlichen Plattform zur Verfügung stehen. Als attraktives und praxisnahes Angebot wird unter anderem auch ein Massive Open Online Course (MOOC) entwickelt, das ab August dieses Jahres eine zeit- und ortsunabhängige individuelle Fortbildung zulässt und u.a. die Organisation von Distance Learning, den Einsatz von Plattformen, die Verwendung von digitalem Content und die Kommunikation mit Eltern zum Inhalt hat.

 

  1. Ausrichtung der Eduthek nach Lehrplänen

Die Eduthek liefert als digitale Plattform seit Beginn der COVID-19-Krise vertiefende Übungsmaterialien für alle Schularten und Unterrichtsgegenstände. In technischer Hinsicht bündelt sie anhand eines einheitlichen Katalogsystems digitale Bildungsinhalte und Contents. Um die zielgenaue Suche nach passenden Angeboten noch zu verbessern und den Lehrerinnen und Lehrern ein optimales Service zu bieten, werden in einem nächsten Ausbauschritt bis zum kommenden Schuljahr alle digitalen Lehr-und Lernressourcen nach den Lehrplänen ausgerichtet.

 

  1. Gütesiegel Lern-Apps

Für eine Erweiterung des inhaltlichen Angebots innovativer und digitaler Bildungsmedien werden in Anlehnung an internationale Good Practice Lern-Apps geprüft und als Bildungsmedien für den Einsatz im Blended und Distance Learning zertifiziert. Im Vordergrund steht dabei die Beurteilung nach pädagogischen Kriterien. Aber auch Lernmanagement, Lernengagement sowie Benutzerfreundlichkeit und Datenschutz sind wesentliche Kriterien für eine innovative Lern-Software.

 

  1. Ausbau der schulischen Basis-IT-Infrastruktur

Durch Investitionen in die Basis-IT-Infrastruktur werden die Rahmenbedingungen für digital unterstützten Unterricht an den Bundesschulen in den nächsten vier Jahren wesentlich verbessert. Zur IT-Basisinfrastruktur zählen eine auf Glasfaser basierende performante Breitbandanbindung am jeweiligen Schulstandort sowie eine leistungsfähige und ausreichende WLAN-Versorgung in den einzelnen Unterrichtsräumen. Bereits in diesem Jahr wird mit dem Anschluss von weiteren 60 Bundesschulen begonnen werden.

 

  1. Digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler

Um den Zugang der Schülerinnen und Schüler zu einem eigenen Lerngerät sicherzustellen, ist für das Schuljahr 2021/22 die Ausstattung der 5. und 6. Schulstufe mit digitalen Endgeräten geplant. In den folgenden Schuljahren erfolgt die Ausstattung schrittweise mit jeder neuen 5. Schulstufe. Auf Basis einer autonomen Geräteentscheidung am Standort und einer Bewerbung mit einem pädagogischen Digitalisierungs- und Nutzungskonzepts im Rahmen eines Calls können Schulen an der Initiative teilnehmen. Ein privater, sozial abgefederter Finanzierungsanteil im Umfang von 25% ist vorgesehen.

Die Vorbereitungen starten sofort, mit Beginn des Schuljahrs 2021/22 sollen engagierten Schulen der Sekundarstufe I für die ersten beiden Jahrgänge mobile Endgeräte zur Verfügung stehen.

 

  1. Digitale Endgeräte für Lehrerinnen und Lehrer

Schulen, die sich erfolgreich an einem Call für Schüler/innengeräte beteiligen, sollen im Rahmen einer pädagogischen Initiative auch zusätzliche Endgeräte für Lehrerinnen und Lehrer erhalten. Darüber hinaus werden im Zuge von Schulneubau und Schulsanierungen im Bundesschulbereich verstärkt Arbeitsräume für Lehrende ausgestattet. Über zentrale Rahmenverträge sollen Lehrende Lizenzen für Standardsoftware nutzen können.

 

Mit der Realisierung des 8-Punkte-Plans wird Digitalisierung nachhaltig im Bildungswesen verankert und ein maßgeblicher Fortschritt für ein zukunftsorientiertes Bildungssystem erzielt.

 

Ein gutes Zusammenwirken von Schulen, Pädagogischen Hochschulen, Bildungsdirektionen und Ministerium bei der Umsetzung der acht prioritären Maßnahmen unterstützt die Zielerreichung maßgeblich. Wir werden Sie über die nächsten Schritte zu den einzelnen Maßnahmen anlassbezogen informieren.

 

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ihnen für Ihren beeindruckenden Einsatz in den letzten Monaten herzlich danken!

 

Mit besten Grüßen,

Ihr Heinz Faßmann

 

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

 

Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann

Bundesminister

 

Tel.: +43 1 53 120 - 5000

Minoritenplatz 5, 1010 Wien, Österreich

heinz.fassmann@bmbwf.gv.at
www.bmbwf.gv.at

Schulbeginn im SJ 2020/21

Montag, 7. September 2020,

Unterricht von 07:30 bis 09:15 Uhr

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